Möglichkeiten über Möglichkeiten…

Ziel des Projektes war die kreative Auseinandersetzung mit dem selbst geschriebenen Gedicht. Dafür war es notwendig, sich in intensiver Weise mit den Texten auseinanderzusetzen: Was habe ich da eigentlich geschrieben? Was war mir wichtig? Warum habe ich das geschrieben? Warum habe ich das so geschrieben?

Die kreative Auseinandersetzung war insgesamt recht offen gestaltet. Jede/r sollte selbst überlegen und entscheiden, welche Art der kreativen Umsetzung der Inhalte und Aussagen möglich bzw. sinnvoll sein könnte. Dabei wurden unter anderem folgende Wege gewählt: Die Aufnahme des eigenen Gedichtvortrages, die Gestaltung des Schriftbildes und die visuell gestaltende Umsetzung. Einige Beispiele können auf dieser Website bewundert werden.

Mein Spiegelbild

Es begegnet mir immer wieder
Einmal macht es mich nieder
ein anderes Mal sehe ich es lieber

Ich sehe es an, Ich denke nach
manchmal erwische ich mich
wie ich mit ihm sprach

Manchmal sehe ich es an und kann mich nicht erkennen
kann nur alle meine Fehler benennen
Die Nase zu groß, die Augen zu klein
Am liebsten würde ich einfach mal laut schreien

Manchmal sehe ich es an und kann mich nicht erkennen
kann nur alle meine Fehler benennen
Die Beine zu dick, der Bauch zu rund
Doch ist das nicht eigentlich ohne Grund?

Ich sehe es an, Ich denke nach
manchmal erwische ich mich
wie ich mit ihm sprach

Dann sehe ich es an und möchte nicht mehr rennen
kann jetzt alle schönen Dinge erkennen
Die Haare sind schön, die Grübchen lachen
Es gibt eigentlich ganz viele gute Sachen

Dann sehe ich es an und möchte nicht mehr rennen
kann jetzt alle schönen Dinge erkennen
Ich bin einzigartig, Ich bin stark
das ist, was ich wirklich an mir mag

Es begegnet mir immer wieder
Früher machte es mich nieder
und jetzt sehe ich es lieber

Mein Spiegelbild

(Esther Callies)